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Die Verbindungen zwischen den rechtsextremen Identitären und der FPÖ sorgen weiter für Aufregung in Politik und Medien. Der „Standard“ berichtete gestern über Chat-Protokolle aus Ermittlungsakten der Jahre 2018 und 2019.
Die Nachrichten belegen regen Austausch zwischen dem Identitären-Funktionär Martin Sellner und Mitarbeitern in FPÖ-geführten Ministerien. Enttäuscht über ausbleibende Unterstützung soll Sellner damals sogar mit der Gründung einer eigenen Partei gedroht haben.
„Wenn die Blauen kneifen …“
Im Jahr 2018 lief in Graz ein Gerichtsverfahren gegen Sellner und andere führende Identitäre. In einer Sprachnachricht beklagte er sich beim FPÖ-Urgestein Heinrich Sickl, die FPÖ sei „entweder zu schwach oder habe kein Interesse“, den Identitären zu helfen.
Laut Ermittlern waren Sickl und Sellner „freundschaftlich verbunden“. Sickl war zu dieser Zeit Grazer Gemeinderat und Vermieter der Identitären-Zentrale in Graz. Sellner kündigte an, der FPÖ „noch einige Tage Zeit“ für die Unterzeichnung einer Petition zugunsten der Identitären zu geben. Danach drohte er: „Wenn die Blauen kneifen, müsse man wohl eine eigene Partei gründen.“
Kontakte bis in Kickls Büro
Bereits 2017 soll Sellner per Du mit Reinhard Teufel gewesen sein, dem damaligen Büroleiter von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) und heutigem FPÖ-Klubobmann in Niederösterreich. Die Ermittler fanden laut Bericht nur wenige Nachrichten, da sich die Chats automatisch löschten. Weder Sickl noch Teufel reagierten auf eine Anfrage des „Standard“.
Kritik von SPÖ und NEOS
Die Veröffentlichung löste scharfe Reaktionen anderer Parteien aus. ÖVP-Verfassungssprecher Wolfgang Gerstl erklärte: „Die FPÖ und ihre Nähe zu diesem rechtsextremen Netzwerk hat System.“
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim sprach von einem „erschreckenden Bild engster Verbindungen zwischen der FPÖ und den Identitären“. NEOS-Klubobmann Yannick Shetty ergänzte: „Die FPÖ unter Herbert Kickl und die rechtsextremen Identitären sind längst keine getrennten Welten mehr.“
Written by: AUDIXO REDAKTION
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